Marathon Bad Arolsen: 45 Minuten zu spät am Start

Marathon Bad Arolsen Start

Sieht so aus, als wären die anderen schon weg…

 

Man muss ab und zu mal die Perspektive wechseln. Am 26. November tue ich genau das beim Marathon am Twistesee in Bad Arolsen. Allerdings nicht ganz freiwillig: Denn am Morgen habe ich meinen Anschlusszug in Kassel verpasst.

Das Titelbild zeigt den Startbereich, als ich endlich ankomme. 45 Minuten zu spät. Irgendwie waren alle schon weit weg. Da ich extra für den Lauf angereist bin, warum nicht einfach noch hinterher rennen? Zum Glück hat der Veranstalter nichts dagegen, also gebe ich schnell meine Sachen in der Turnhalle ab und los gehts!

Lustig wird es gleich auf den ersten Kilometern. Da kommen mir ein paar Leute entgegen spaziert und feuern an: „Die kriegst du noch!“ Ich muss gleich lachen und sage nur kurz: „Zug verpasst!“ Zum Glück ist die Strecke gut markiert, sonst hätte ich überhaupt nicht gewusst, wo es eigentlich lang geht.

Etwa bei Kilometer 7 kommt mir im Wald ein Radfahrer entgegen. Es ist der sogenannte „Besenwagen“, der den letzten Läufer im Rennen begleitet. Tja, und heute bin ich das – eine ganz neue Perspektive! Wir haben einige Kilometer Zeit zum Quatschen, bis wir den vorletzten Läufer einholen.

Etwa ab Kilometer 20 überhole ich mehr und mehr Läufer. Dennoch versuche ich, etwas zu bremsen, um nicht gleich im ersten Monat nach Hawaii wieder irgendeine Verletzung einzufangen. Also schön locker im 5-Minuten-Schnitt durch den Wald und an jeder Verpflegungsstation ordentlich essen und trinken. So macht Marathon Spaß!

Die letzten 10 Kilometer sind dann trotzdem zäh. Nach nur 3 Läufen in den letzten Wochen – darunter nur ein langer Lauf – ist die Distanz heute noch etwas ungewohnt. Also geht mein Tempo am Ende etwas runter, aber ich brauche zumindest keine Gehpause einlegen. Im Ziel zeigt sich dann aber ein anderes Problem, das die hinteren Läufer manchmal haben: Es gibt nur noch kaltes Wasser in den Duschen…

Insgesamt war es ein schöner Wettkampf. Auch, wenn ich wegen des ständigen Nebels nicht gerade viel von der Landschaft gesehen habe. Es ging großteils über Waldwege mit moderaten Höhenmetern und ausreichend vielen Verpflegungsstellen, an denen es sogar Snickers gab! Schon allein wegen der ungewöhnlichen Umstände war es eine ganz besondere Erfahrung. Ich bin echt froh, es durchgezogen zu haben – denn in dem Moment, als ich in Kassel den Zug wegfahren sah, wäre ich am liebsten gleich wieder nach Hause umgedreht!

Schreibe einen Kommentar

Please use your real name instead of you company name or keyword spam.