Mini-Trainingsausflug nach Ibiza

Ibiza Formentera Training Rad Schwimmen Laufen

 

Ein Trip nach Ibiza war schon seit längerem angedacht. Da es aber nie so richtig geklappt hat, habe ich jetzt bei den günstigen Flugpreisen in der Spätsaison noch zugeschlagen. Und da die Insel ziemlich klein ist, reichen wohl 3 Tage (wenn das Wetter mitspielt).

 

Things To Do

● Ibiza Stadt anschauen
● Inselrundfahrt
● auf höchsten Berg
● Schwimmen im Meer
● Ausflug auf Nachbarinsel Formentera

 

1. Tag: Anreise nach Sant Antoni

Per Nachtflug geht es am 20. Oktober mit dem ersten Flieger um 5 Uhr morgens von Frankfurt los. Ich war bereits nachts angereist und konnte die Zeit bis zum Start überraschend produktiv am Notebook verbringen. Denn in der Wartehalle am Flughafen ist nachts absolut nichts los, sodass es keinerlei Ablenkung gibt. Gutes „Büro“ also.

Der Flug ist auf Condor gebucht. Ich habe noch nie ein so leeres Flugzeug gesehen. Im hinteren Teil, wo ich sitze, ist anfangs nur ein anderer Passagier! Dann setzen sich aber noch vier Leute von weiter vorn auf die guten Plätze mit mehr Beinfreiheit um. Trotz des bequemen Quer-Liegens über 3 Sitze ist es eine kurze Nacht mit nur rund einer Stunde Schlaf während des Flugs. Den Tag über bin ich dann entsprechend müde, aber nicht allzu schlimm.

 

Condor Flugzeug Platz leer frei Oktober Ibiza

Blick auf den hinteren Teil des Flugzeugs. Das nenne ich mal freie Platzwahl!

 

Vom Flughafen auf Ibiza geht es mit dem Bus nach Eivessa (Ibiza Stadt). Dort mache ich erstmal einen ausgedehnten Stadtrundgang, um wach zu werden. Als erstes zum Strand, wo es den Sonnenaufgang zu sehen gibt. Dann hoch zur Festung, kreuz und quer durch die Seitenstraßen und runter zum Hafen.

 

Festung Eivessa Ibiza

Blick nach Süden von der Festung in Ibiza Stadt.

 

Mittags fahre ich weiter nach Sant Antoni, wo die Unterkunft für die nächsten 3 Tage ist. Ich lege mich dort erstmal kurz aufs Ohr, gehe dann einkaufen und mache einen kleinen Rundgang. Am späten Nachmittag geht es dann noch ins Meer zum Schwimmen. Das Wasser ist überraschend warm, perfekt! Dann endlich ab ins Bett und ordentlich schlafen.

 

Calo el Moro Strand Sonnenuntergang Sant Antoni Ibiza

Sonnenuntergang am Strand Calo el Moro in Sant Antoni.

 

2. Tag: Radtour Ibiza-Umrundung

Schon zu Hause habe ich ein Mietrad gebucht. Der günstigste Anbieter für Rennräder direkt vor Ort ist Ibizasport. Für 2 Tage kostet das Rad 37 Euro und es ist bereits alles dabei: Pannenset, Pumpe, Schloss und die Montage der gewünschten Pedale. Ich lasse Plattformpedale anbringen, um mit Joggingschuhen fahren zu können. Das ist deutlich angenehmer, wenn man unterwegs in den Pausen ein paar Meter zu Fuß erkunden möchte. Und der Trainingseffekt ist wohl der gleiche wie bei Klickpedalen.

Nach dem Frühstück hole ich das Rad ab. Um 10 Uhr geht die Tour los. Das erste Ziel des Tages ist der höchste „Berg“ der Insel, der Sa Talaiassa. Um dorthin zu gelangen, muss man eine Buckelpiste hoch. Das war ein ziemliches Gerüttel auf dem Rennrad. Aber wo eine Wille ist, da ist ein Weg. Oben dann die Belohnung: Ein herrlicher Ausblick auf die Insel. Man sieht von hier sehr gut, dass Ibiza erstaunlich grün ist. Und bei dem guten Wetter heute sehe ich in der Ferne sogar die Bergspitzen von Mallorca!

 

Sa Talaiassa höchster Berg Ibiza

Aussicht vom höchsten Berg auf Ibiza, dem Sa Talaiassa im Südwesten der Insel.

 

Auf dem Weg nach Eivessa biege ich ein paarmal falsch ab. Die Straßen, die auf Google Maps Nebenstraßen sind, sehen vor Ort zum Teil aus wie klare Hauptstraßen. Aber manchmal sind ungeplante Umwege am Ende ganz gut. Nur so bin ich zum Beispiel an den Strand Platja de Comte gelangt. Sehr sehenswert ist auch der Insel-Steinberg Es Vedra, zu dessen näherer Besichtigung ich allerdings falsch abgebogen bin und es nur von weitem gesehen habe.

 

Strand Platja de Comte Ibiza

Das ist der Strand Platja de Comte, bei dem ich nur durch falsches Abbiegen vorbeigekommen bin.

 

Kurz vor Eivessa fahre ich aus Versehen ein Stück Autobahn. Das ist auf Mallorca vor 3 Jahren schonmal passiert. Aber auch diesmal kein Problem, einfach die nächste Abfahrt runter und auf einer normalen Straße weiter. In Eivessa mache ich Mittagspause am Lidl und bekomme Besuch von einem neugierigen Salamander bzw. einer Eidechse. Er scheint mich anfangs überhaupt nicht zu bemerken, sodass ich ein super Foto hinbekomme.

 

Eidechse Salamander Ibiza

Dieser kleine Kollege hat mich (noch) nicht bemerkt.

 

Dann geht es weiter nach Santa Eularia. Von dort aus vorbei am „Hippy Market“ ans Nordende der Insel nach Sant Vicent. Insgesamt ist die Insel durchaus hügelig, sodass einige Höhenmeter zusammenkommen, gerade auf der kurvenreichen Straße von Sant Vicent nach Sant Joan. Nach Sant Joan gibt dann leider meine Polar M400 Pulsuhr den Geist auf, Akku leer. Das ist eine ziemliche Enttäuschung, denn ich habe sie erst vor wenigen Wochen neu gekauft. Auch generell scheint die Uhr schlechter zu sein als die Polar RC3, die ich zuvor hatte. Aber auch die hatte eine klare Schwachstelle, und zwar den Ladeanschluss.

 

Strand Santa Eularia Ibiza

Der Strand von Santa Eularia ist eine ziemliche Touristen-Hochburg.

 

Bucht Sant Vicent Ibiza

Bei der Einfahrt nach Sant Vicent aus südlicher Richtung bietet sich ein schöner Blick auf die Bucht.

 

Da noch Zeit bis zum Sonnenuntergang ist, fahre ich nochmal runter zur Küste. Dort ist in einer versteckten Nebenbucht ein Strand mit hervorragender Kulisse, direkt am Elements Ibiza Beach Club. Dafür muss ich dann aber drei oder vier richtig steile Rampen nach Port De Sant Miquel hoch, die wirklich nur geradeso noch zu bewältigen sind, ohne absteigen zu müssen. Unterwegs knackt auch immer mal wieder das Tretlager, aber die Kiste wird schon halten.

 

Elements Ibiza Beach Club Port de Sant Miquel Ibiza

Blick auf die schöne Badebucht direkt am Elements Ibiza Beach Club östlich neben Port de Sant Miquel. Es läuft die ganze Zeit Musik.

 

Ich fahre weiter den Anstieg nach Sant Miquel. Inzwischen bin ich platt, da in den letzten Monaten wegen verschiedener Verletzungen kaum längere Trainingseinheiten stattgefunden haben. Und es war den ganzen Tag warm und sonnig, sodass ich ordentlich geschwitzt habe. Aber mit ein paar weiteren Bananen und einer neuen Wasserflasche reicht es dann locker bis Sant Antoni. Unterwegs laufen mir am letzten Anstieg von zwei kläffende Hunde nach, was ausnahmsweise mal ganz gut ist, da ein kurzer Schreck ein bisschen Adrenalin liefert und wach macht.

Insgesamt waren es heute rund 150 km mit etwa 2000 HM. Da es bei meiner Ankunft noch fast eine Stunde lang hell ist, gehe ich nochmal zum lockeren Schwimmen ins Meer. Ein wunderbarer Cool Down, bevor ich mir wie bereits gestern den Sonnenuntergang anschaue. Die Kulisse ist hier am Strand Calo el Moro echt gut, sodass es nicht so schnell langweilig wird.

 

3. Tag: Radtour auf Formentera

Ibiza habe ich gestern weitgehend erkundet. Bleibt für heute eigentlich nur ein Ausflug zur Nachbarinsel Formentera. Das Wetter ist zum Glück gut, obwohl die Vorhersage eher schlecht aussah. Gleich nach dem Frühstück fahre ich auf direktem Weg nach Eivessa, um dort die Fähre um 10 Uhr zu erwischen. Die günstigste Verbindung bietet das Unternehmen Aquabus an. Für 20 Euro geht es hin und zurück (in der Hauptsaison 30 Euro). Allerdings gibt es nur zu frühe und zu späte Rückfahrten, sodass ich zunächst nur One Way für 15 Euro buchen kann.

Angekommen auf Formentera biege ich zunächst nach Süden ab. Erster Stopp am Strand Cala Saona. Wie bereits gestern sieht von weitem alles ganz schick aus, aber bei näherer Betrachtung offenbart sich überall Plastikmüll in allen Größen und Formen. Das ist ein echtes Problem, dass es in Zukunft zu lösen gilt. Natürlich nicht nur hier sondern weltweit.

 

Cala Soana Strand Formentera

Blick auf den Strand Cala Soana im Südwesten von Formentera. Leider viel Plastikmüll im Sand.

 

Am Südende der Insel dann ein schöner Blick: Der einsame, verlassene Leuchtturm direkt an den steil abfallenden Klippen. Meine Uhr zeigt 60 Meter über Meeresspiegel an, sodass man hier besser keine Dummheiten macht. Zwischen den Steinen und Büschen huschen viele Salamander hin und her, noch mehr als gestern oben auf dem Berg auf Ibiza.

 

Cora Foradada Leuchtturm Formentera

Blick auf den Leuchtturm an der Südspitze von Formentera.

 

Dann fahre ich wieder nach Norden und biege später Richtung Osten ab. Die Orientierung ist auf dieser kleinen Insel sehr leicht. Dass es aber auch hier ein paar Höhenmeter zu bewältigen gibt, merke ich beim Anstieg nach Pilar de la Mola. Zwar ist der höchste Punkt nur rund 165 Meter über Meereshöhe, aber der Anstieg doch recht steil. Der gute Asphalt macht dieses Teilstück aber sehr angenehm. Auf den Nebenstraßen muss man sich auf dieser Insel allerdings auf Buckelpisten ohne Asphaltdecke einstellen.

 

Möwe Leuchtturm Faro de Formentera

Touristen-Möwen am Ostzipfel von Formentera neben dem Leuchtturm.

 

In Pilar trinke ich noch in Ruhe einen Kaffee, bevor es wieder zurück geht. Unterwegs plötzlich ein Schauer, der etwa 15 Minuten anhält. Haben die Wetterfrösche doch noch ein kleines bisschen Recht gehabt. Ich stelle mich an einem Busch unter und fahre weiter, als die Sonne wieder rauskommt. Ohne Schutzbleche ist es sonst auf dem Rennrad schnell eine unnötige Sauerei, und es gibt ja keinen Zeitdruck.

Der letzte Halt ist am Playa de Illetas, einem Strand ganz im Nordwesten der Insel. Die Zufahrt geht über eine moderate Buckelpiste, aber es lohnt sich. Denn am Strand bietet sich eine Top Kulisse, bei der Ibiza schön im Hintergrund zu erkennen ist. Außerdem geht hier ordentlich Wind, was heute gleich 6 Windsurfer für sich nutzen.

 

Windsurfen Kite Surfen Strand Playa Illetas Formentera Ibiza

Windsurfer am Playa de Illetas Strand am Nordzipfel von Formentera. Im Hintergrund ist Ibiza zu sehen.

 

Zurück am Hafen muss ich das 17-Uhr-Ticket bei Balearia lösen. Das bedeutet 20 Euro extra gegenüber der Rückfahrt um 18 Uhr (wäre wieder mit Aquabus). Aber da um 19 Uhr die Sonne untergeht und ich nach der Überfahrt noch mit dem Rad nach Sant Antoni muss, aber kein Licht am Rad habe, gibt es keinen anderen Weg. Das hätte man sicher besser planen können, aber egal, Hauptsache alles klappt. Ich komme um 18:30 Uhr in Sant Antoni an und kann mir wieder mal den Sonnenuntergang anschauen – zum dritten und letzten Mal.

 

4. Tag: Ausruhen und Abreise

Bevor es mit Ausruhen losgeht, kommt erstmal noch eine Laufeinheit. Nüchtern geht es um 8 Uhr in Richtung Norden aus der Stadt. Dann biege ich links in die Hügel ab. Insgesamt geht es einige Male rauf und runter, etwa die Hälfte auf angenehmer Schotterpiste. Am Ende bin ich mit einigen kurzen Stopps am Strand und auf den Hügeln rund 2 Stunden unterwegs und laufe etwa 20 km mit rund 450 HM, mehr als genug für das momentane Fitnesslevel.

Dann ab zum Frühstück und Checkout um 11 Uhr. Ich hänge noch zwei Stunden in der Lobby herum, während die Joggingsachen noch in der Sonne trocknen. Die passende Gelegenheit, um E-Mails abzuarbeiten. Dann noch schnell ein Souvenir in der Stadt kaufen (ein Salamander-Kühlschrankmagnet, was sonst) und ab zum Bus nach Eivessa. Dort schaue ich mir noch ein paar Radläden an. Ärgerlich ist, dass viele Restaurants von 16 bis 19 Uhr geschlossen haben, sodass es ausnahmsweise mal einen schnellen Burger gibt.

 

Hafen Stadt Festung Eivessa Ibiza

Blick vom Hafen auf Ibiza Stadt und die Festung.

 

Es folgt das gleiche Prozedere wie bei der Anreise, nur rückwärts. Bus zum Flughafen, Arbeiten am Notebook (diesmal auch im Flieger), und den ersten Zug um 3 Uhr nachts nach Würzburg. So langsam gewöhne ich mich daran, nachts PDFs zu lesen und Texte (wie diesen) zu schreiben. Aber zum Alltag muss es nicht unbedingt werden.

 

Der Tipp zum Schluss

Eines habe ich auf Ibiza nicht so ganz verstanden. Viele Urlauber kommen zum Feiern und Trinken. Aber warum fast nur im Sommer in der größten Hitze?! Im Oktober ist bereits tote Hose, obwohl das Wetter ja immer noch top ist. Viele Clubs haben bereits geschlossen, und auch Unterkünfte wie das Amistat Hostel machen „Winterpause“.

Andererseits ist Ibiza gerade deshalb ein Geheimtipp für Radfahrer: Weniger Touristen, weniger Lärm, weniger Verkehr und günstigere Preise für Flug, Unterkunft und Equipment in der Nebensaison, aber dennoch (meist) gutes Wetter. Von daher kann ich die Insel in der Nebensaison nur empfehlen!

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