Notaufnahme

Ich bin also nicht unsterblich. Und noch dazu manchmal nicht besonders clever. Aber der Reihe nach.

Am Freitag Abend sitzen wir bei Simon in der Bude, quatschen und trinken. Alles in Maßen. Aber egal, ein Sportler verträgt das doch, oder? 100 Kilometer Laufen in der Woche – ein Klacks! Denkste. Plötzlich Bauchschmerzen. Etwas Schlechtes gegessen, wer weiß? Also ab nach Hause ins Bett und ausschlafen. Doch es lief anders…

Ich gehöre wirklich nicht zu den Leuten, die schnell zum Arzt gehen. Aber Freitag Nacht wird es mir unheimlich. Die Schmerzen im Unterleib werden sehr stark, sodass ich nicht einschlafen kann. Bei jedem kleinsten Anheben des rechten Beins sind die Schmerzen höllisch. Eine kurze Google-Suche bestätigt meine Befürchtung, dass die klassischen Blinddarm-Symptome vorliegen. Es gibt keine andere Wahl, als mitten in der Nacht den Rucksack zu packen und aufzubrechen. Langsames Gehen und Auto fahren funktionieren mit Zähne zusammenbeißen gerade noch. Kaum angekommen wird alles gründlich durchgecheckt. Dabei erwähne ich auch kurz den geplanten Marathon und sage dem Arzt, er soll nur Aufschneiden, wenn es gar nicht anders geht. Von einer Not-OP wird dann zunächst abgesehen, ich bleibe aber über Nacht dort.

 

Und siehe da…

…am nächsten Morgen bin ich wie durch ein Wunder fast beschwerdefrei!

„Dann ist doch alles gut“, denke ich. Und gehe – gegen den Rat des Arztes – vorzeitig nach Hause

„Manchmal geht der Schmerz weg, wenn der Blinddarm platzt und es richtig ernst wird“, sagte Frank aus dem Verein am Telefon. Danke Frank. Damit werde ich für das restliche Wochenende zum Hypochonder, der das Schlimmste vermutet. Erst am Montag gehe ich mit schlechtem Gewissen zum Hausarzt, um die Blutwerte checken zu lassen und einen Ultraschall zu bekommen. Sicher ist sicher. Zum Glück sieht alles ganz gut aus. Scheinbar war es nur eine akute Blinddarm-Reizung. Auf den Rat des Arztes sollte ich aber in Zukunft hören…

Für mein Marathontraining heißt das trotzdem nichts Gutes. Mindestens fünf Tage Trainingspause. Dann zwei Tage, um wieder rein zu kommen – im besten Fall. Die verlorene Woche lässt sich nur kompensieren, indem ich den Dresden-Marathon streiche und eine Woche später in Frankfurt starte. Und auch das steht auf Messers Schneide. Denn wenn sich das Ding nochmal entzündet, ist es für dieses Jahr aus mit dem 2:59-Stunden-Traum. Zur Strafe wird er dann aber auch gleich endgültig weggeschnibbelt.

Schreibe einen Kommentar

Please use your real name instead of you company name or keyword spam.