300-Kilometer-Tour

9. August 2012

Hattest du schonmal einen großen blauen Fleck in der Form eines Sattels am Hintern? Nein? Dann warst du wohl noch nicht bei der jährlichen 300-Kilometer-Tour der RSG Würzburg dabei.

Ich bin froh, dass es einen tollen Verein wie die RSG gibt (trotz des blauen Flecks). Als ich im Jahr 2010 mit dem Rennradfahren anfing, waren es die langen und (für mich viel zu schnellen) Ausfahrten am Wochenende, die meine Leistung schnell verbesserten. Schon im Jahr 2011 konnte ich ganz gut im Mittelfeld fahren. Und nach dem diesjährigen Trainingslager in der Toskana rollt es noch etwas besser.

Aber zurück zum blauen Fleck. Letztes Wochenende hatte ich die 300-Kilometer-Tour ins Auge gefasst, die alljährlich von der RSG veranstaltet wird. Noch letztes Jahr hätte ich mich nie im Leben getraut, da mitzufahren. Doch nun habe ich das Gefühl, dass die Zeit dafür gekommen ist.

Gestern Abend war eine Sommer-Party, die ich extra „frühzeitig“ und nach nur wenigen Bier gegen 01:30 Uhr verließ. Um 06:00 Uhr ist Aufstehen angesagt. Mit dem Auto fahre ich zum Treffpunkt. Dort geht es dann um 07:00 Uhr mit rund 25 Teilnehmern los. Unterwegs gibt es 2 kurze Pausen mit Verpflegung, organisiert von zwei freiwilligen Helfern aus den Reihen der RSG – vielen Dank dafür! Gegen 12:15 Uhr kommen wir nach rund 150 Kilometern wieder am Ausgangspunkt an. Halbzeit und zugleich Mittagspause. Einige Teilnehmer steigen aus, ein paar frische Fahrer kamen dazu. Bis jetzt fühle ich mich noch ganz gut und bin gespannt, wie es auf der zweiten Hälfte läuft.

Kurz nach 13:00 Uhr geht es weiter. Die frischen Fahrer legen auf den 40 km bis Gemünden ein Wahnsinnstempo vor, das selbst im Windschatten mehr oder weniger meiner Leistungsgrenze entspricht. Zudem spüre ich nun langsam die Schmerzen vom langen Sitzen. Aber ich wollte es ja so. Nach einer kurzen Pause wird das Tempo etwas lockerer. Scheinbar haben auch ein paar andere Teilnehmer unter dem hohem Tempo gelitten. Mit einem Energie-Gel rettete ich mich bis zur letzten Pause. Diese ist etwa bei der 280-Kilometer-Marke in Tauberbischofsheim, sozusagen „kurz“ vor dem Ziel. Das Problem: Jetzt folgte der Schlussanstieg. Die Fahrer der RSG lassen sich nicht lumpen und brettern den Berg hoch. Ich kann gerade noch mit letzter Kraft den Anschluss halten – mit Blick auf das Hinterrad vor mir und der immer wiederkehrenden inneren Stimme folgend, die mir sagt: „Bloß nicht abreißen lassen!“

Und dann ist es soweit: Gegen 18:30 Uhr ist die Tour nach rund 310 Kilometern endlich vorbei. Die reine Fahrzeit war aufgrund des Windschattenfahrens nur etwa 9 Stunden. Wir fahren noch zum Hofbräu-Biergarten, bevor es für mich nach Hause geht: Zum (ungelogen!) 12-stündigen Regenerationsschlaf. Der blaue Fleck wird aber noch etwas länger bleiben.

 

300 Kilometer Rad Etappe Radtour Radfahren RSG Würzburg
312 Kilometer auf dem Rennrad an einem Tag. Für mich eine ganz neue Dimension.

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