Sommertraining auf Sizilien

Leider hat es dieses Frühjahr wegen viel Arbeit nicht mit einem Trainingslager geklappt. Doch dafür steht jetzt endlich mal wieder eine Minimalismus-Tour mit Rennrad und Rucksack an! Für zwei Wochen geht es nach Sizilien, um dort ein nettes kleines Trainingslager in der Sommerhitze zu absolvieren. Geplant sind abwechselnd Rad- und Laufeinheiten, wobei ich die Distanzen zwischen den Städten möglichst mit dem Rad zurücklege und dann jeweils vor Ort spannende Trails laufe.

 

Trainingslager Rundreise Sommer Sizilien Italien

 

1. Tag: Flug nach Catania

Im fertig angezogenen Rad-Outfit fahre ich mit der leeren Radkiste in der Hand zum Bahnhof, wo das Bike ordnungsgemäß verpackt wird. Dann ab in den ICE zum Flughafen Frankfurt und mit Condor nach Catania. Beim Landeanflug sehe ich den rauchenden Vulkan Stromboli, der erst vor kurzem ausgebrochen ist.

Angekommen in Catania geht es mit dem Bus bis ins Stadtzentrum. Von dort sind es nur etwa 500 Meter bis zur Unterkunft. Auf einer kurzen Joggingrunde versuche ich, mich etwas an die schwüle Luft zu gewöhnen, aber bin nach nur 5 km schon ordentlich durchgeschwitzt.

 

2. Tag: Mit dem Rad nach Taormina

Erstmal in Ruhe das Rad zusammenbauen. Dann geht es in Richtung Norden bis Taormina, wobei ich aufgrund des gefährlichen Verkehrs beinahe nicht angekommen wäre – ein Autofahrer, der mich übersehen hatte, verfehlt mich nur ganz knapp. Puh, das kann ja noch heiter werden hier, die Leute fahren wie die Verrückten…

Nach vergleichsweise flachen 50 km geht es in Taormina auf den letzten 2 km eine brutal steile Rampe hoch bis zur Unterkunft. Dort treffe ich mich mit meinen Eltern, meiner Schwester und ihrem Freund. Die vier machen parallel Urlaub auf Sizilien, aber sind klassisch mit dem Auto unterwegs und eher auf Sightseeing und Baden ausgerichtet. Oft mache ich deshalb mein eigenes Ding, aber wir unternehmen an Ruhetagen auch mal etwas zusammen und treffen uns an den meisten Stationen der Rundreise wieder.

 

Aussicht Taormina Sizilien Italien

Beste Aussicht aus der Unterkunft

 

Abends gibt es eine riesige Pizza, lecker! Davon werde ich noch ziemlich viele essen, bis es mir am Ende zum Hals heraus hängt 🙂

Vor dem Schlafen ist dann noch Mückenjagd angesagt. Die Biester sind ziemlich aggressiv hier und ich bin leider ein echter Mückenmagnet. Der „Stichheiler“ aus der Apotheke wird deshalb in den nächsten Tagen mein bester Freund.

 

3. Tag: Ausflug zum Ätna

Heute fahren wir mit dem Auto zur Talstation der Ätna-Seilbahn. Von dort aus laufe ich den direkten Trail bis zur Bergstation, der aber so steil und rutschig ist, dass ich die meiste Zeit Powerwalken muss. Oben buchen wir die Jeep-Tour bis auf 2900 Meter Höhe, wo der öffentlich zugängliche Bereich endet. Die Spitze des immer rauchenden Ätna liegt von hier aus nochmal 400 Meter höher. Aber wir haben ohnehin kein Bedürfnis, noch höher zu gehen, denn es ist erstaunlich kalt und sehr windig. Nach einer kurzen Runde um den unteren Krater fahren wir wieder zur Bergstation der Seilbahn. Von dort aus renne ich anders als bergauf einen etwa doppelt so langen, aber deutlich flacheren Weg nach unten.

 

Ätna Vulkan Jeep Bus Sizilien Italien

Blick auf den Ätna und die obere Station der Jeep-Busse

 

Am Nachmittag geht es noch Baden, wo mich zum ersten Mal eine Feuerqualle erwischt. Aber halb so schlimm. Fühlt sich an wie ein plötzlicher Stich und schwillt dann lokal mit etwa zehn kleinen „Knubbeln“ wie bei Mückenstichen. Später machen wir noch eine kurze Tour zur imposant gelegenen Bergstadt Castelmola und am Abend kann ich mich (endlich) etwas entspannen.

 

Isola Bella Strand Taormina Sizilien Italien

Blick auf die Isola Bella bei Taormina. Allerdings ist der Strand voller Touristen und im Wasser gibt es Feuerquallen.

 

4. Tag: Radtour durchs Hinterland nach Cefalu

Heute steht meine Königsetappe auf dem Rad an. Ich stehe sehr zeitig auf und fahre eine lange Tour durch die Berge im Hinterland bis nach Cefalu. Es ist nicht der kürzeste Weg, aber ich bleibe mit Absicht in den Hügeln, da hier weniger Verkehr ist, angenehmere Temperaturen herrschen und schönere Aussicht geboten wird. Dennoch ist es eine anstrengende, heiße Sommertour, auf der ich mehrere Pausen für Cappuccino und Eis einlege. Am frühen Abend komme ich nach rund 210 km und 3350 Höhenmetern ziemlich platt an.

 

Hinterland Hügel Berge Ätna Sizilien Italien

Radtour über die Hügel im Hinterland von Sizilien mit Blick auf den Ätna

 

Statue Berg Cesario Sizilien Italien

Imposante Statue auf einem Hügel bei Cesario

 

In der Unterkunft treffe ich die anderen wieder, die mit dem Auto über Messina hierher gefahren sind. Abends erleben wir dann einen Reinfall an der Selbstbedienungs-Tankstelle, die unseren 20-Euro-Schein schluckt, aber keinen Sprit ausgibt?! Das Terminal ist alt, verwirrend und nur auf italienisch verfügbar. Wir lernen daraus und tanken später ausschließlich an modernen Anlagen, wo alles reibungslos klappt. Vorsicht übrigens: Wer den angebotenen Tankservice eines Mitarbeiters in Anspruch nimmt, muss je nach Tankstelle zwischen 15 und 40 Cent pro Liter mehr bezahlen.

 

5. Tag: Regeneration

Ausschlafen nach der harten Tour gestern. Den restlichen Tag nutze ich zur Erholung am Strand und für lockere Bewegung beim abendlichen Stadtrundgang in Cefalu.

 

Sonnenuntergang Cefalu Sizilien Italien

Sonnenuntergang in Cefalu an einem der wenigen Tage mit Wolken

 

6. Tag: Laufrunde im Hinterland von Cefalu

Eine kurze Joggingrunde am Morgen zum immerhin 250 Meter hohen, markanten Stadtberg Rocca Cefalu muss ich abbrechen, da der Zugang leider noch nicht geöffnet ist. Also versuche ich es später am Tag nochmal – und es lohnt sich, die Aussicht ist super. Nach leckerem Kaffee und Kuchen in der Stadt fahre ich allein weiter in eine neue Unterkunft in den Hügeln von Cefalu, die wieder mal nur über eine steile Rampe zu erreichen ist. Dennoch halte ich mich an das Motto, auf gar keinen Fall vom Rad abzusteigen 🙂

 

Hausberg Rocca Cefalu Sizilien Italien

Aussicht vom Hausberg, dem Rocca di Cefalu, auf die Stadt

 

Am späten Nachmittag drehe ich noch eine schöne Runde auf einsamen Trails in den Hügeln. Dabei muss ich über einige Zäune springen, um den passenden Rückweg zu finden, aber bis auf ein paar Kratzer geht alles gut. Falls doch mal ein Hund auftaucht, klappt es zur Einschüchterung oftmals, einen möglichst großen Stein aufzuheben – nicht selten zieht der Köter dann direkt den Schwanz ein. Diesen Trick hatte mir vor knapp zwei Jahren ein Einheimischer auf unserer Rundreise auf Jamaika gezeigt.

 

Trail Hinterland Cefalu Sizilien Italien

Privater Trail im Hinterland von Cefalu, an dessen Ende ein Zaun zu überklettern ist

 

7. Tag: Radrunde Parco delle Madonie

Nach dem herrlichen Frühstücksbuffet breche ich zu einer größeren Radrunde durch das Madonie-Naturreservat auf. Es ist eine der schönsten Radrunden, die ich jemals gefahren bin, einfach atemberaubend! Insgesamt kommen dabei 144 km und 2850 Höhenmeter zusammen.

 

Isnello Parco delle Madonie Sizilien Italien

 

Pferd delle Parco Madonie Sizilien Italien

Da steht ein Pferd auf dem Flur… äh auf der Straße 🙂

 

Parco delle Madonie Sizilien Italien

 

Parco delle Madonie Sizilien Italien

 

Abends entdecke ich, dass sich der Fettfleck von einer ausgelaufenen Fischölkapsel auf meiner Laufhose zum echten Stinker entwickelt hat. Trotz allem Auswaschen bleibt der Fischgeruch hartnäckig bestehen – ausnahmsweise mal ein klarer Nachteil der Minimalismus-Packmethode (kein Ersatz). Notiz an mich selbst: Fischölkapseln immer sofort schlucken, sobald sie aus der Packung genommen werden, niemals in irgendwelche Taschen stecken!

 

8. Tag: Laufrunde Trail und Straße

Ich entscheide mich, noch einen weiteren Tag in den Hügeln von Cefalu zu verbringen und eine größere Laufrunde zu absolvieren. Über schöne, aber steile Trails geht es auf den höchsten nahegelegenen Berg und anschließend mit ordentlich Tempo die konstant fallende Straße hinunter nach Cefalu. Wieder ist es sehr heiß und ich muss einige Pausen für Wasser und Essen einlegen. Insgesamt kommen 43 km mit 1250 Höhenmetern zusammen.

 

Trail Hinterland Cefalu Sizilien Italien

Schöner und anspruchsvoller Trail im Hinterland von Cefalu

 

Berg Hinterland Cefalu Sizilien Italien

Blick auf den Berg (rechts) im Hinterland von Cefalu, zu dem ich gelaufen bin

 

9. Tag: Radrunde um Palermo

Die Mücken treiben mich nachts zur Weißglut. Immer wieder wache ich wegen eines neuen Summens auf und frage mich, wie die Biester bloß immer wieder ins Zimmer gelangen. Außerdem ist mein Puls nach den zwei intensiven Trainingstagen erhöht, was das Schlafen erschwert.

Am Vormittag geht es mit dem Zug nach Palermo, da die flache Strecke am Meer mit dem Rad aufgrund des starken Verkehrs nicht gerade angenehm zu fahren wäre. Dann lieber eine Runde um Palermo drehen. Ich fahre nach Norden bis Capo Gallo und dann ein Stück den Berg hinauf, bis es nur noch ein steiler und steiniger Trail ist. Dort schließe ich das Rad an und wandere bis ganz hoch, was in der Nachmittagssonne mal wieder anstrengender ist als gedacht – aber dafür auch eine phänomenale Aussicht bietet. Auf dem Rückweg bremse ich auf dem steilsten Stück die vordere Felge so heiß, dass der Schlauch platzt – das ist mir bisher noch nie passiert. Zum Glück habe ich Ersatz dabei. Am späten Nachmittag geht es dann noch hoch zum Monte Pellegrino mit bester Aussicht auf Palermo.

 

Capo Gallo Mondello Sizilien Italien

Blick auf den nördlichsten Teil der Badebucht

 

Mondello Capo Gallo Monte Pellegrino Sizilien Italien

Blick von oben auf Mondello und den Hügel Monte Pellegrino

 

Mondello Capo Gallo Sizilien Italien

Blick von unten auf Mondello und die Hügel von Capo Gallo

 

Am Abend passiert mir noch ein riesiges Missgeschick beim Checkin. Als ich mit dem Rad in den 4. Stock fahre und gerade aussteigen will, fällt mir das Smartphone runter – und geradewegs durch den schmalen Spalt in den Aufzugsschacht! OH NEIN. Ich höre nur noch peng, peng, peng. Da gibt es wohl keine Chance, dass das Handy diesen Sturz überlebt…

Ich renne die Treppe runter und sehe es unten im Erdgeschoss mit abgefallener Schutzhülle am Boden des Schachts liegen. Gerade kommen zwei Italiener ins Haus, denen ich die Situation kurz zeige. Der eine schaltet den Strom für den Fahrstuhl aus, sodass ich mit einer gewagten Kletteraktion über die knapp 3 Meter hohe Absperrung in den Aufzugsschacht klettern kann, das Handy aufhebe und wieder herausklettere – inklusive einer Unmenge an ekelhaftem Schmieröl des Aufzugs an Armen und Beinen.

Und dann das Unglaubliche: Das Handy funktioniert noch! Der Tag ist gerettet. Ich treffe mich mit den anderen für einen Abendspaziergang durch die Flaniermeile und bin froh, heute mal sprichwörtlich mehr Glück als Verstand gehabt zu haben 🙂

 

10. Tag: Fahrt nach Messina

Nach einem wieder mal guten Frühstücksbuffet treffe ich mich nochmal mit den anderen in der Stadt. Dann geht es mit dem Zug und anschließend mit dem Bus nach Messina. Für diese lange Strecke wäre es wieder mal langweilig und gefährlich, mit dem Rad an der Küste entlang zu fahren. Denn wirklich schön und verkehrsarm ist in Sizilien meiner Erfahrung nach letztlich nur das Hinterland. Und noch etwas spricht für das Zugfahren: Die günstigen Preise. Für die rund 225 km von Palermo nach Messina zahle ich gerade mal knapp 13 Euro und das Fahrrad ist kostenlos dabei.

 

Kathedrale Palermo Sizilien Italien

Abschlussfoto vor der Kathedrale in Palermo

 

Abends drehe ich in Messina noch eine kurze Joggingrunde zum Sonnenuntergang. Von hier aus kann man gut zum nicht weit entfernten italienischen Festland hinüber schauen.

 

Lauf Sonnenuntergang Messina Sizilien Italien

Lauf zum Sonnenuntergang in Messina

 

11. Tag: Abenteuer-Radfahrt nach Fiumedinisi

Das Frühstück meiner Unterkunft ist in einer benachbarten Kneipe, wo sich das Personal aber erstmal lautstark streitet, wie das Ganze ablaufen soll. Ich halte mich raus und bekomme dann eine echt gute Kombination einzelner Sachen aufgetischt. Wie fast überall in Italien ist auch hier der Kaffee wieder erste Sahne und zugleich relativ günstig. Deshalb hat wohl Starbucks in diesem Land nach wie vor keine Chance. Allerdings sollte man für einen klassischen Kaffee mit Milch immer „Cafe Americano con Latte“ sagen, um nicht einen Espresso oder schwarzen „Caffe“ zu bekommen.

Am Vormittag breche ich auf und fahre hoch nach Colle San Rizzo und von hier aus eine wunderschöne Straße oben entlang der Berggipfel mit beiderseitigem Blick auf das Meer. Einfach grandios!

 

Gipfelpfad Sizilien Italien

Super Aussicht bis ans Meer – auf beiden Seiten der Straße, einfach fantastisch!

 

Einen Haken hat die Sache allerdings: Rund 30 km vor meinem Tagesziel, dem kleinen Bergdorf Fiumedinisi, endet die Straße und verwandelt sich in einen zunehmend mit dem Rad unpassierbaren Trail. Es wird also ein langer Wandertag mit guter Aussicht (und zunehmender Wasserknappheit), wobei ich zwischenzeitlich immer mal wieder versuche, doch noch ein bisschen zu fahren. Das hätte ich lieber bleiben lassen sollen, denn das Ergebnis sind zwei Platten und beschädigte Mäntel. Die nötige Ersatzausrüstung habe ich nicht dabei, sodass es heute wohl die letzte Radtour auf Sizilien ist.

 

Gipfelpfad Sizilien Italien

Der letzte Punkt, an dem die Strada Provinciale 50bis tatsächlich noch eine Straße ist

 

Strada Provinciale 50bis Gipfelpfad Sizilien Italien

Die Strada Provinciale 50bis verwandelt sich in einen puren Trail. Nicht gerade optimal fürs Rennrad…

 

Gipfelpfad Sizilien Italien

Geniale Aussicht über die Hügel von Nordost-Sizilien

 

In Fiumedinisi dann aber mal wieder eine positive Überraschung: Die Unterkunft ist erste Sahne und gleich nebenan gibt es eine super Pizza für kleines Geld sowie ein paar halb-spanische, halb-englische Gespräche mit den einheimischen Italienern.

 

12. Tag: Laufrunde zum Fiumedinisi Naturreservat

Wieder gibt es Frühstück in einer benachbarten Bar, und wieder gestaltet es sich schwierig. Aber ich weiß mir langsam zu helfen. Anschießend versuche ich, den Platten zu reparieren, doch auch hier gibt es Probleme. Zwei Schläuche werfe ich gleich ganz weg und einen bekomme ich halbwegs dicht. Bitte keine weiteren Platten mehr jetzt…

Am späten Vormittag breche ich zu einer großen Laufrunde Richtung Fiumedinisi Naturreservat auf. Steil und technisch anspruchsvoll geht es auf knapp 1200 Meter hoch. Unterwegs treffe ich keine Menschenseele, aber genieße dafür die schönsten Trails und besten Ausblicke meiner gesamten Sizilien-Rundreise. Einfach fantastisch!!!

 

Riserva Naturale Fiumedinisi Auto Sizilien Italien

Dieser Autofahrer ist wohl vor längerer Zeit auch der Strada Provinciale auf Google Maps gefolgt 🙂

 

Riserva Naturale Fiumedinisi Sizilien Italien

 

Riserva Naturale Fiumedinisi Sizilien Italien

Ein alter, längst vom Farn überwucherter Spielplatz

 

Riserva Naturale Fiumedinisi Ätna Sizilien Italien

Blick bis zum Ätna, einfach fantastisch!

 

Riserva Naturale Fiumedinisi Sizilien Italien

 

Es ist wieder sehr heiß und ich fühle mich etwas müde. Nach 25 km und zwei Pausen für Wasser und Essen laufe ich den Rückweg auf asphaltierter Straße und lege weitere Stopps ein, um kein unnötiges Risiko einzugehen.

 

Mandanici Sizilien Italien

Blick auf Mandanici von der gegenüberliegenden Bergseite

 

Am frühen Abend komme ich erschöpft, aber glücklich wieder in Fiumedinisi an – nach 41,5 km und 1650 Höhenmetern. Zur Belohnung gönne ich mir einmal mehr eine fette Pizza.

 

13. Tag: Fahrt nach Syrakus

Heute morgen stelle ich fest, dass mein reparierter Schlauch die Luft nicht hält – schleichender Platten. Aber egal, ich pumpe auf und rolle den Berg runter bis zum Bahnhof in Ali Terme, bis dahin reicht es gerade noch. Dort kurz mit den Füßen ins Meer, einen schönen Kaffee bestellt und ab in den Zug nach Syrakus (mit eiskalter Klimaanlage). Dort angekommen treffe ich mich ein letztes Mal mit den anderen.

Den Rest des Tages nutzen wir für einen Ausflug mit dem Auto zum Naturreservat Cavagrande. Dort wandern wir in den Canyon hinunter, wo der kleine Fluss einige Becken zu einem herrlichen Naturbad speist. Das ist nochmal ein unerwartet schönes Erlebnis und die Bewegung tut gut zur Regeneration des langen Laufs von gestern.

 

Mein Sprung ins kühle Nass. Die 3,50 Euro, die ich noch einstecken hatte, waren anschließend für immer verschollen 🙂

 

Abends gehen wir – wer hätte es gedacht – Pizza essen. Aber so langsam schmeckt es wirklich nicht mehr und ich schaffe es kaum, überhaupt aufzuessen. Ab jetzt Pizza-Pause für einige Wochen!

 

14. Tag: Regeneration

Und schon wieder der letzte Tag dieser Reise, wie die Zeit verfliegt… Ich drehe eine kurze Joggingrunde um die Altstadt von Syrakus und bringe ein paar Sachen aus dem Supermarkt zum Frühstück mit. Danach fahren wir mit dem Auto in die kleine Stadt Noto, essen eine ordentliche Abschlussportion Eis mit viel (!) Sahne und kaufen Souvenirs. Danach geht es ein letztes Mal an den Strand, der auch diesmal wieder über einen kleinen Fußmarsch zu erreichen ist.

Am späten Nachmittag nehme ich den Zug zurück nach Catania. Dort übernachte ich in der gleichen Unterkunft wie am ersten Tag. Der Besitzer war so nett, meine Radkiste aufzubewahren. Spitzenmäßig, danke! Ich packe noch in Ruhe das Rad ein und besorge mir einen Salat im Supermarkt fürs Abendessen (wie gesagt, keine Pizza mehr).

 

15. Tag: Rückflug

Unspektakulär, wie ein Abreisetag eben ist. Aber ich bin immer froh, wenn alles wie geplant klappt. Mit einem Sammeltaxi, das mich und zwei Franzosen an der Bushaltestelle aufgabelt, geht es zum Flughafen. Dann mit Condor nach München und per Rail & Fly Ticket im ICE nach Würzburg.

 

Ätna Vulkan Luft Flugzeug Sizilien Italien

Bye bye Ätna!

 

Fazit

Die Tour war ziemlich anstrengend und gegen Ende haben sogar meine Reifen den Geist aufgegeben. Aber die teils atemberaubende Landschaft im Hinterland und in den Naturreservaten hat für all die Anstrengungen und Pannen mehr als entschädigt!

Insgesamt sind im Sommertraining auf Sizilien rund 145 Laufkilometer mit 5000 Höhenmetern sowie 550 Radkilometer mit 9500 Höhenmetern zusammengekommen. Vor allem was die Höhenmeter betrifft bin ich angesichts der ordentlichen Hitze sehr zufrieden und werde mich wohl erstmal ein paar Tage im Büro erholen müssen.

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